Was ist Plag?

Plag ist ein neuartiges Soziales Netzwerk
App Logo von Plag

Plag, das ist der recht unappetitliche Name eines recht neuen und vor allem neuartigen sozialen Netzwerkes für Smartphones. Die Besonderheit am neuen Netzwerk (App Store Link) aus dem Hause Deep Sea Marketing S.A. ist, dass es weder Freunde noch Follower oder gar Direktnachrichten kennt. Man kann Beiträge nicht liken oder favorisieren, aber weiterverbreiten. Ganz ähnlich einer Krankheit. Startet man eine Nachricht (die auch ein Bild oder Video enthalten kann), dann verteilt man diese zunächst an 4 Empfänger in der näheren Umgebung. Diese Zahl steigt mit der weiteren Teilnahme am Netzwerk. Diese vier "Virenempfänger" können die Nachricht innerhalb der Lebensdauer von 7 Tagen (danach verschwindet die Nachricht aus dem Netzwerk) mit einem Wischen nach oben ihrerseits an weitere Empfänger verbreiten oder mit einer Wischgeste nach unten auf dem Display die Verbreitung stoppen. In jedem Fall erscheint dann die nächste Nachricht. So werden News ohne Zensurmöglichkeit über den Weltball geschickt. Soweit die Theorie.

Ich habe Plag ausprobiert und auch ein paar Experimente mit "klassischen" Content Marketing Inhalten (Lesen Sie, wie...) gemacht. Dabei wollte ich sehen, ob man über dieses neuartige Netzwerk seine Inhalte in die Welt bekommt. Meine Erfolge damit sind aber eher durchwachsen. Im folgenden Beitrag möchte ich Sie auf eine kleine Reise in die Welt von Plag mitnehmen.

In Plag dominiert Englisch
Plag: Englische Inhalte dominieren

Plag: Vorwiegend englische Inhalte

Da Plag auf Landesgrenzen keine Rücksicht nimmt (und gefühlt 80 Prozent Belgier den Dienst nutzen), müssen die Inhalte eigentlich auf englisch veröffentlicht werden. Kein großer Nachteil, möchte man meinen. Denn wer Plag nutzt und kein Englisch spricht, der löscht es ohnehin binnen Sekunden von seinem Smartphone wieder. Also ist das keine allzugroße Einschränkung hinsichtlich der Zielgruppe. Mit einem ersten, deutschen Post habe ich sage und schreibe 7 Menschen erreicht, also drei mehr als ich selber angesteckt hatte. Dann war Schluss mit dem Post. Mit einem Post, der sagt:

"There ist no such thing as a paid kindergarten for nerds."

"Es gibt keine bezahlten Kindergärten für Nerds."

kam ich auf beachtliche 48 Infektionen. Leider (okay, was heißt leider?) bietet schreiberling.info nun mal Web-Texte und Content Marketing auf Deutsch an. Deswegen komme ich mit einem englischen Post zwar recht weit (geografisch gesehen hat er es bereits bis in die USA geschafft) aber lande vermutlich nicht in meiner Zielgruppe. Was will ein US-amerikanischer Webseitenbetreiber denn auch mit deutschen Web-Texten oder Article Spinnings? Aber das sind nun mal unsere Produkte.

Das Umfeld von Plag

Kartenansicht in der Plag App
Ordentliche Verbreitung von Plag

Mein erfogreicher Post hat nur nichts, überhaupt nichts mit Content Marketing zu tun. Obwohl die Begrenzung auf 140 Wörter Twitter beispielsweise kaum limitiert, scheint Plag ganz anders zu ticken. Memes, Zitate berühmter Persönlichkeiten und Alltags-Banalitäten - das sind die Inhalte, die von den User auf Plag geteilt werden. Von einer unzensierbaren Nachrichtenverbreitung kann hier keine Rede sein. Da es keine Kontrolle über die Posts gibt, scheinen diese Art von "Nachrichten" genau das zu sein, was die Leute lesen wollen. Man kann sich ohne Verifikation am Netzwerk anmelden. Die Identität ist ebenfalls geheim. Unter diesem Deckmantel scheint das Niveau einfach keine Rolle mehr zu spielen. Ob man in diesem Umfeld Content Marketing betreiben will und muss? Ich glaube, dass das Konzept von Plag Beiträge völlig ausschließt, die nur nach Werbung oder Marketing riechen.

Die Usability von Plag: Warum werden keine Links geklickt

Auf Twitter sind die Menschen es gewöhnt, Kurz-URLs für weitere Informationen anzuklicken, da der Platz für echte Inhalte kaum reicht. Social Marketing ist hier kein Fremdkörper, sondern akzeptierte Realität. Doch durch die Art, Plag zu nutzen, klickt kaum jemand auf Links im Post das "Hoch- und Runterwischen" in der App würde so unterbrochen. Der Nutzer gerät in eine Art Flow, er wischt sich durch hunderte und tausende von Inhalten. Das macht sogar richtig süchtig, wie ich an mir selbst beobachten konnte. Aber auf Links klicken? Nein, das würde diesen Flow unterbrechen. Und genau hier ist für Marketer das Kernproblem vergraben: Gelingt es mir nicht, Nutzer mit einem "Like" oder einem Klick auf meinen Link an mich und meine Marke zu binden, verhallt Content Marketing ungehört.

Keine Werkzeuge für Markenpflege oder Zielgruppen-Management

Einen Beitrag bewerben? Geht noch nicht! Eine Zielgruppe aufzubauen, so wie man es von Facbook kennt, wird ebenfalls schwierig, wenn alle Beiträge an zufällige Empfänger gehen. Somit ist das "Herausbrüllen" der eigenen Werbebotschaft aktuell die einzige Möglichkeit, die bleibt. Ich kann mir - ehrlich gesagt - auch nicht vorstellen, dass die Betreiber der Plattform auf absehbare Zeit ihr eigenes Konzept zugunsten von Werbekunden unterwandern werden. Denn dann verlöre ihr Ansatz an Glaubwürdigkeit.

Fazit: Plag (noch) nicht der richtige Ort für Content Marketing

Konsumiert niemand meine mühsam und sorgfältig aufbereiteten Inhalte, sind meine Bemühungen völlig umsonst. Denn schließlich will ich neue Interessenten gewinnen und bestehende Kunden binden. Dazu verwendet man wertvolle und nützliche Inhalte. Nach allem, was ich bisher auf Plag beobachtet und getestet habe, denke ich, dass man mit diesem Netzwerk zwar viele unterhaltsame Stunden verbringen kann, eine ernsthafte Gewinnung von Kunden ist meiner Meinung nach (derzeit) noch nicht möglich. Das basisdemokratische Konzept von Plag und die derzeit vorherrschende Stimmung auf der Plattform schließt ein Verbreiten von Inhalten zu Marketingzwecken aktuell aus.

Wer eigene Erfahrungen mit der Plattform gemacht hat, kann diese gerne in den Kommentaren posten. Ich freue mich immer über vielfältige und kontroverse Meinungen.

 


In diesem Beitrag erwähnte Apps

Plag — Informationsnetzwerk

Plag — Informationsnetzwerk

by Deep Sea Marketing S.A.



gratis
 

Plag ist eine grundlegend andere Art, Informationen zu verbreiten.

Die Idee hinter Plag ist es, ein perfektes Mediums zu erschaffen, das Informationen so weit verbreitet, wie sie es verdienen, grenzenlos.

Plag funktioniert wie ein Virus

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